Adonisstyle

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Wellness und Fusspflege

Was haben Wellness und eine professionelle Fusspflegeschulung gemeinsam und was versteht man darunter? Diese Fragen werden im folgenden Text erläutert.


1. Frage : Was versteht man unter Wellness und zertifizierter Fusspflege?

Begriff 1 : Wellness : Unter dem Begriff Wellness versteht man übersetzt soviel wie ” gute Gesundheit “. Es stammt von dem Wort ” wealnesse “, welches erstmals 1654 auftauchte. Seit den 50er Jahren ist der Begriff der “Wellness” fest im Wortschatz der ganzen Welt aufgenommen worden.

Begriff 2 : Zertifizierte Fusspflege : Die zertifizierte Fusspflege befasst sich wie der Name schon erraten lässt mit den Füssen. Fusspflege auch Pediküre genannt, wird angewandt, wenn Fussnägel gekürzt werden sollen, oder andere kleine Schönheitsmarkel an den Füssen beseitigt werden. Die medizinische Fusspflege, für die bei der Durchführung ein Zertifikat vorliegen muss, ist eine direkte Behandlung der Füsse. Hierzu könnte man auch einen sogenannten Podologen aufsuchen. Eine Art ” Fussdoktor “, wie er im Volksmund gerne genannt wird.

2. Frage : Was hat Wellness mit zertifizierter Fusspflege zu tun?

Diese Frage ist berechtigt, da es nicht ganz klar ist, was beide Begriffe verbindet. Grundsätzlich beschäftigt sich die Wellness mit einer Art neuen Gesundheitsbewegung. In der Verbindung mit den Füssen beginnen die Begriffe zu verschmelzen. Die zertifizierte Fusspflege ist nämlich Wellness. Hierbei kann entspannt werden und gleichzeitg wird etwas für ihre Gesundheit getan.

3. Frage : Sollte man eine zertifizierte Fusspflege und somit Wellness in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich gilt, dass Wellness streßabbauend ist und den Geist zur Ruhe kommen lässt. Das gleichzeitig noch etwas für die Gesundheit getan wird, spricht für sich. Man sollte sich diese Art von Luxus gönnen. Solch eine Behandlung ist auch als Geschenk zu verwenden. Der Beschenkte wird sich definitiv freuen.
Fazit: Die Wellness mit zertifizierter Fusspflege ist durchaus sinnvoll und nur zu empfehlen.

In der Mäßigung zeigt sich der Meister – Grundwissen II

Jedes harte Training hat einen positiven und einen negativen Effekt. Der positive Effekt ist der Wachstumsreiz, der negative Effekt liegt in der Erschöpfung der Muskeln und Nerven. Der Wachstumsreiz kann nur dann zum Wachstum führen, wenn der Körper genug Reserven zum Aufbau hat. Wenn die Reserven durch das Training total erschöpft sind, bleibt ein noch so starker Wachstumsreiz wirkungslos. Konsequenz: Das Training darf nie so „schlauchen”, dass die Erschöpfung ein Wachstum verhindert.
- Hier liegt der springende Punkt eines erfolgreichen Trainings, der von vielen Kraftsportlern falsch verstanden wird. Sie gestalten ihr Training nach der klassischen Fehlannahme: Wenn ein bisschen gut ist, muss mehr noch besser sein. Dabei verwechseln sie Länge des Trainings mit Härte des Trainings und glauben allen Ernstes, ein Drei-Stunden-Programm bedeute automatisch hartes Training. Tatsache ist jedoch, dass die Programmlänge überhaupt nichts über die im Training aufgewendete Härte aussagt. Wenn nämlich Kraftsportler während eines Drei-Stunden-Trainings in keinem Satz um zusätzliche Wiederholung kämpfen bzw. schwerere Gewichte in Angriff nehmen, setzen sie nicht einen einzigen nennenswerten Wachstumsreiz, sondern verbrauchen durch die Länge des Trainings lediglich ihre Reserven.
Leider ist derartiges viel zu häufig zu beobachten. Anstatt die Unbequem-lichkeit einiger superharter Sätze auf sich zu nehmen, führen viele Kraftsportler lieber ein längeres Programm durch, weil sie glauben, der Mangel an Anstrengung werde durch die Länge des Trainings wettgemacht. Aber vergessen wir nicht: Hebst Du Gewichte wie Oma, bekommst Du Muskeln wie Oma; und selbst tausend leichte Wiederholungen bewirken nicht annähernd einen so starken Muskelaufbau wie ein einziger mit schwerer Belastung gequälter Satz. Andernfalls hätten nämlich Marathonläufer stärkere Beine als Gewichtheber und Tischten-nisspieler muskulösere Arme als Turner.
Was also eingeschränkt werden muss, ist nicht die Härte, sondern die Menge der Anstrengungen, denn je kürzer das Programm, desto mehr Reserven bleiben für den Aufbau übrig und umso schneller wachsen Kraft und Muskeln. Das dritte Grundprinzip heißt daher: Trainiere so hart wie möglich, aber so kurz wie möglich. Alles, was fälschlicherweise für hartes Training gehalten wird, kann somit ruhigen Gewissens über Bord geworfen werden: Langes Training mit vielen Übungen, häufiges Training, Training mit vielen Sätzen.
Man soll nicht mehr viele Sätze durchführen? In der Tat, neue Erfahrungen aus Amerika bestätigen, dass das alte, schon fast in Vergessenheit geratene System von zwei bis drei harten Sätzen pro Übung das Optimum für den Aufbau von Kraft und Muskeln darstellt (leichte Aufwärmsätze mit geringeren Belastungen nicht mitgerechnet). Wer mehr Sätze macht, beweist damit nur, dass man mehr Sätze machen kann; aber sie geben meist keinen wesentlich größeren Wachstumsreiz und nehmen dem Muskel darüber hinaus die Reserven für den Aufbau. Das Problem ist hier ein psychologisches: Jahrelang wurde den Kraftsportlern in verschiedenen Magazinen vorgegaukelt, sie müssten wenigstens vier, wenn nicht gar sechs Sätze pro Übung durchführen. Wenn ihnen jetzt jemand sagt: Drei harte Sätze sind genug! – reagieren sie mit der heiligen Empörung gerechten Glaubens und sind nicht bereit, auch nur einen Versuch in dieser Richtung zu wagen. Man kann einen Kraftsportler bitten, beknien, anflehen, zusammenstauchen, er möge pro Übung nicht mehr als drei harte Sätze durchführen. Er wird vielleicht sogar einsehen, dass es gar nicht darauf ankommt, zu wie vielen Sätzen er fähig ist; aber halten wird er sich nicht an die Anweisung. Statt dessen macht er wenigstens vier Sätze, und wenn man ihn darauf anspricht, behauptet er, er habe das Drei-Satz-System längst ausprobiert, es wirke bei ihm nicht. Leider glaubt er sogar, was er sagt.

Mittlerweile gibt es in den USA eine wachsende Zahl von Kraftsportlern, die pro Übung zwei und nur in wenigen Fällen drei superharte Sätze ausführen und ihr Programm auf eine knappe Stunde beschränken -Umziehen in Trainingskleidung, Duschen und Wiederanziehen mitge-rechnet. Ihre Fortschritte stellen sich doppelt so schnell ein wie bei denjenigen, die immer noch versuchen, aus Muskelmagazinen irgend-welche Superprogramme zu kopieren, mit denen gewisse Muskelstars angeblich den Weg zum Titel des Mr. Soundso schafften. Dazu sei vermerkt, dass viele dieser Programme in Wirklichkeit von Redakteuren verfasst worden sind, die sicher etwas von Marketing und Public Relations verstehen, nicht aber unbedingt etwas von physiologischen Mechanismen. Und jeder Laie kann eine lange Reihe von Übungen zu Papier bringen; deshalb hat er noch längst kein vernünftiges Programm aufgestellt. So sind viele dieser Superprogramme nicht nur völlig wertlos für den Aufbau von Muskelkraft, sondern sogar gesundheitsgefährdend, weil sie eine totale Erschöpfung aller körperlichen Reserven bewirken. Dadurch vermindert sich die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen aller Art, und der Hantelsportler, der sich voller Enthusiasmus ins Training gestürzt hat, um ein vor Vitalität strotzender Kraft-Champion zu werden, findet sich nach einiger Zeit von Erkältungen und allen möglichen Wehwehchen geplagt.
Aber werden wir ruhig einmal konkret. In einem deutschen Bodybuilding-Magazin war Schwarzeneggers angebliches Aufbautraining für die Arme beschrieben: „Der Weg zu meinen 55-cm-Armen.” Wenn man die Sätze aller Übungen zusammenzählt, kommt man auf fünfundsechzig (65) Sätze! Wer glaubt, ein derartiges Programm vermittle tatsächlich größere Armmuskeln, sollte es einmal genau nachvollziehen. Er kann sich glücklich schätzen, wenn nach drei Stunden ununterbrochenem Training noch etwas von seinen Armen übrig geblieben ist.
In Wirklichkeit ist Schwarzeneggers Aufbauprogramm für die Arme viel kürzer – so jedenfalls ein unabhängiger Beobachter. Im amerikanischen Kraftsportmagazin IRON MAN, das von Kanada bis Australien gelesen wird und allgemein als die objektivste Publikation auf diesem Gebiet gilt, berichtete vor einiger Zeit ein langjähriger Freund Schwarzeneggers detailliert von dessen Trainingsprogrammen, so wie Schwarzenegger sie ihm selbst bei mehreren Gelegenheiten vorgeführt und erklärt hatte. Von fünfundsechzig Sätzen für die Arme konnte überhaupt keine Rede sein! Warum aber verbreiten sich dann gewisse Magazine über angebliche Starprogramme, die nachweislich nicht den Tatsachen entsprechen und selbst Fortgeschrittenen nur ramponierte Nerven einbringen?
Hinter solcher scheinbarer Idiotie steckt natürlich System. Wenn der Kraftsportler aufgrund hoffnungslosen Übertrainings erfolglos bleibt, braucht er in dem betreffenden Magazin mit den Superprogrammen nur etwas weiterzublättern, und ihm wird in grellen Anzeigen erklärt, dass sich bei Einnahme dieses oder jenes Nahrungskonzentrats ganz besonders große Erfolge einstellen. Während der Nutzen von Zusatzpräparaten gar nicht generell bezweifelt werden soll, wird hier doch ganz offensichtlich durch starke Fotos und überzeugende Sprüche zum Nachahmen angeblicher Starprogramme animiert, damit der nach kurzer Zeit total übertrainierte Leser in seiner Ratlosigkeit die teuren Produkte der Firma bestellt.
In ihrer Beweisnot lassen die Urheber solchen Irrsinns sich gern das Argument einfallen, Superprogramme seien Definitionsprogramme (De-finition bezeichnet das scharfe Hervortreten einzelner Muskelstränge), die von den Stars nur ca. sechs Wochen vor einem wichtigen Muskelwettkampf durchgeführt werden, um Unterhautfettgewebe abzubauen. Hier jagt tatsächlich eine Dummheit die andere, denn diese Methode der Fettverbrennung gehört der Steinzeitepoche des Bodybuildings an. Seit über zwanzig Jahren ist bekannt, dass Superprogramme nicht nur Fett, sondern auch Muskeln abbauen. Und es gibt für einen Kraftsportler nichts Deprimierenderes, als hart erarbeitete Muskelpakete durch altmo-disches „Definitionstraining” zu verlieren. Statt dessen wird heute mit spartanischen Diätfahrplänen gearbeitet, die die Muskeln halten und das Fett aushungern – im übrigen aber weder lange durchzustehen, noch sonderlich gesund sind. Superprogramme haben also tatsächlich nur den Zweck, Kraftsportler reif zu machen für den Kauf weiterer Hilfsmittel. Wie hieß doch die Überschrift? In der Mäßigung zeigt sich der Meister!
Gute Fotos gibts auch noch bei Fotos.

Hartes Training mit schweren Gewichten -Grundwissen I

Ein Blick in Muskelstudios enthüllt Trostloses: Die meisten Kraftsportler haben keine klare Vorstellung, wie sie ihr Training rationell gestalten sollen, um mit dem kleinstmöglichen Aufwand bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Viele verwenden Übungen, die für den Aufbau von Kraft und Muskelmasse völlig ungeeignet sind, und fast alle trainieren zu lange, aber nicht hart genug. Die Folge: Statt wachsender Muskelkraft wachsende Unzufriedenheit, häufig Resignation und Aufgabe des Trainings sowie der Spruch: „Bei mir wirkt das eben nicht.”
Dabei ist nur selten mangelndes körperliches Potential für Misserfolge im Training verantwortlich. Zwar kann nicht jeder Mr. Germany, geschweige denn Mr. Universum werden; Werbung, die derartiges behauptet, lügt aus kommerziellen Interessen. Jeder kann jedoch durch richtiges Training Kraft und Muskelmasse bis zu einem Grad aufbauen, wo er körperlich buchstäblich nicht mehr wieder zu erkennen ist. Voraussetzung hierfür ist ein Minimum an Wissen über bestimmte Faktoren, die das Muskelwachstum fördern, aber auch behindern können.
Es ist dem Leser sicher kein Geheimnis, dass Laufen und Springen das Wachstum der Beinmuskeln stärker anregt als Stubenhocken. Warum? Weil die Intensität der Muskelkontraktionen größer ist. Gleichermaßen vermittelt ein Training mit schweren Hanteln stärkere Wachstumsreize als gymnastische Freiübungen. Der Grund? Um die Widerstände zu überwinden, müssen die Muskeln sich härter anspannen. Schlußfolge-rung: Je intensiver die Muskelkontraktion, umso größer der Wachstumsreiz.

Das Positive an einer Hantel liegt also nicht darin, dass sie bequemer zu handhaben ist als ein Kleiderschrank oder eine Mülltonne, sondern dass sie viel Gewicht auf kleinem Raum trägt und dadurch in bestimmten Muskeln besonders harte Kontraktionen ermöglicht. Das erste Grund-prinzip des gezielten Muskelkrafttrainings heißt denn auch: Mach eine Übung härter, und sie wird produktiver.
Damit erweist sich die von vielen Kraftsportlern praktizierte „Cheating”-Methode (to cheat = schummeln, betrügen), bei der das Gewicht von der ersten Wiederholung an mehr durch Schwung und Technik als durch langsames Hochquälen bewegt wird, als falsch verstandene und nutzlose „Modernisierung” des Hanteltrainings. Der an sich richtige Gedanke: Schwerere Gewichte fordern härtere Kontraktionen – wird ad absurdum geführt, wenn nicht die zu trainierenden, sondern andere Muskeln die Hauptarbeit leisten.
So machen Cheating-Curls (Anbeugeübung für den Bizeps) aus einer guten Oberarmübung eine schlechte Bein- und Rückenübung, weil der durch Hilfsmuskeln erzeugte Schwung die Belastung vom Bizeps weg-nimmt. Gecheatetes Bankdrücken, bei dem zwecks Erleichterung das Gesäß von der Bank gehoben und die Stange vom Brustbein hochgeprellt wird, verwandelt eine phantastische Oberkörperübung in eine wertlose Rumpf- und Knorpelabhärtungsübung, weil die Cheating-Technik intensiven Anspannungen in Brust, vorderem Delta und Trizeps geradezu aus dem Wege geht. (Außerdem kommt es oft zu Nackenmus-kelverspannungen, weil das „Brückebauen” den Auflagedruck in den unteren Halswirbelsäulenbereich verlagert.)
Die Cheating-Methode macht die Ausführung von Hantelübungen trotz schwerer Gewichte nicht härter, sondern gerade für die Muskeln, die eigentlich trainiert werden sollen, leichter und steht somit in krassem Widerspruch zum Grundprinzip „Je härter, um so produktiver”.
Hartes Training erfordert also durchaus die Benutzung schwerstmöglicher Gewichte – aber in gleichem Maße auch saubere Ausführung. Was man nicht korrekt bewegen kann, kann man nicht korrekt bewegen – punktum. Wer trotzdem schwerere Hanteln benutzt, so dass er beim Bankdrücken Ringerbrücken bauen muss und seine Langhantel-Curls zum Rumba geraten, will sich nur besonders stark vorkommen, fördert damit aber nicht sonderlich das Muskelwachstum. Auch die häufig zu beobachtende Unart, das Gewicht am Ende jeder Wiederholung schlaff herunterplumpsen zu lassen, anstatt es unter Muskelspannung langsam abwärts zu bewegen, ist ein Auswuchs der Cheating-Methode und stellt eine Erleichterung dar, die der Übung einen großen Teil ihrer Produktivität nimmt.
Der Leser gestatte einen kleinen historischen Schlenker: Die Cheating-Methode wurde Anfang der fünfziger Jahre durch bestimmte amerikanische Muskelmagazine populär gemacht, in denen behauptet wurde, man solle nach Herzenslust cheaten, das gäbe größere Muskeln. Viele Kraftsportler stellten begeistert fest, dass sie auf diese Weise mehr Gewicht benutzen konnten, und sonnten sich in der Illusion, über Nacht durcheine neue Trainingsmethode stärker geworden zu sein. Angesichts dieses persönlichen Erfolgsgefühls dauerte es einige Zeit, bis ihnen dämmerte, dass ihre Muskeln nicht ebenfalls größer wurden.
So war die als wissenschaftliche Errungenschaft propagierte Cheating-Methode von Anfang an eine Sackgasse. Reg Park zum Beispiel schaltete, als er mit Cheaten nicht mehr weiterkam, auf korrekte Ausführung um. Plötzlich stellten sich wieder Fortschritte ein, und Park entwickelte sich zum gewaltigsten Muskelmonstrum Anfang der sechziger Jahre. Auch sei nicht vergessen, dass der legendäre Steve Reeves jegliches Cheaten ablehnte und immer auf besonders korrekte Ausführung achtete. Wenige kennen ihn in seiner Bestform; er war gigantisch!
Um also eine Übung möglichst hart und damit produktiv zu gestalten, sind sowohl schwere Gewichte als auch saubere Ausführung notwendig. Doch damit nicht genug: Ebenso wichtig ist es, einen schweren Satz bis zum Punkt des totalen Muskelversagens durchzuführen, d. h. so viele Wiederholungen wie nur irgend möglich herauszuquetschen.
Das hat physiologische Gründe: Bei der ersten Wiederholung eines Satzes werden nicht alle Fasern des beanspruchten Muskels kontrahiert, sondern nur diejenigen, die zur Überwindung des Widerstandes nötig sind; die nicht benötigten bleiben inaktiv und werden lediglich passiv mitbewegt. Da die arbeitenden Fasern bei der Kontraktion Energie verbrauchen, sind sie nach der ersten Wiederholung zu erschöpft, um den Widerstand noch ein zweites Mal allein zu überwinden; also kommen ihnen frische Fasern zu Hilfe, die bei der ersten Wiederholung inaktiv waren und daher noch ihre volle Kontraktionskraft besitzen. Da auch diese Fasern bei der folgenden Kontraktion Energie verbrauchen, müssen für die nächste Kontraktion weitere frische Fasern einspringen usw. Mit jeder neuen Kontraktion werden also weitere Fasern beansprucht, bis sich auch die letzten einschalten und aktiv kontrahieren. Erst wenn keine weiteren frischen Fasern zur Verfügung stehen, wird ein Fortsetzen der Muskelarbeit unmöglich. Umkehrschluss: Das totale Muskelversagen signalisiert, dass alle erreichbaren Fasern aktiviert worden sind – eine Grundvoraussetzung für optimales Muskelwachstum.
Nun gilt es, das Training progressiv (fortschreitend, sich weiterentwik-kelnd) zu gestalten, indem man sich Ziele zur Leistungssteigerung setzt: Das Nahziel, die Wiederholungsanzahl vom letzten Training zu übertreffen; das Fernziel, nach einiger Zeit schwerere Gewichte benutzen zu können. Dieser von einem Training zum nächsten sich immer wiederholende Kampf um zusätzliche Wiederholungen am Ende eines Satzes und Steigerung der Gewichte, sobald die angestrebte Wiederholungszahl erreicht ist, erfordert eine unerhörte Zähigkeit und Willenskraft. Aber hierin liegt die einzige Möglichkeit des Fortschritts. Denn wer nie versucht, seine bereits vorhandenen Fähigkeiten zu erweitern, sondern immer nur das tut, was er ohnehin schon kann, wird kaum irgendwelchen nennenswerten Fortschritt erzielen. Konkret: Wenn Du, lieber Leser, z. B. eine 100-Pfund-Langhantel achtmal korrekt aus dem Nacken drücken kannst, wirst Du diese 100 Pfund nie öfter drücken und Deine Schulter-muskeln werden nicht wachsen, solange Du dich mit den acht Wiederho-lungen zufrieden gibst. Erst wenn Du unter Aufbietung aller Kraft und ohne zu cheaten neun oder zehn Wiederholungen versuchst, wirst Du sie auch schaffen und hast dann einen echten Fortschritt zu verzeichnen, der sich auch äußerlich bemerkbar machen wird. Das zweite Grundprinzip heißt daher: Gestalte das Training progressiv.
Leider können viele Kraftsportler sich gar nicht vorstellen, welche Anstrengung nötig und möglich ist, um ein oder zwei weitere Wiederho-lungen zu erkämpfen. Das Bild, das ein wirklich hart Trainierender am Ende eines Satzes bietet, ist für Uneingeweihte erschreckend: Das Gesicht ist vor Anstrengung verzerrt, und der Atem geht gequält und stoßweise wie bei einem Asthmatiker. Wer dies unästhetisch findet, kann seine Träume vom kraftstrotzenden Superkörper gleich an den Nagel hängen. Alle großen Stars haben so trainiert, und einen bequemen Weg zu Muskeln und Kraft gibt es nur in gewissen Werbeanzeigen. „Du holst aus einer Übung genau das an Erfolgen heraus, was Du an Anstrengung hineinsteckst”, äußerten amerikanische Experten schon vor über dreißig Jahren. Man kann auch sagen: Hebst Du Gewichte wie Oma, wirst Du Muskeln haben wie Oma. Hebst Du jedoch immer schwerere Gewichte, werden Deine Muskeln an Kraft und Umfang zunehmen, dass Du Pro-bleme beim Hemdenkauf bekommst.
Vergessen wir nicht: Schwarzenegger trainierte Kreuzheben, bis er bei einer Deutschen Meisterschaft im Kraftdreikampf 620 Pfund vom Boden hob; seinen Rücken hat noch niemand kritisiert. Reg Park steigerte im Laufe der Zeit die Gewichte für sein Schultertraining soweit, dass er schließlich 270 Pfund mehrmals sauber aus dem Nacken drücken konnte; Betrachtern seiner Schulterpartie blieb regelmäßig die Spucke weg. Dave Draper arbeitete sich im beidarmigen Kurzhantel-Curl bis zu 90-Pfündern in Sätzen hoch; seine Arme gehören zu den besten der Welt. Alle diese Leistungen sind das Resultat eines immer wieder von neuem entschlossen geführten Kampfes um zusätzliche Wiederholungen und, wenn die angestrebte Zahl erreicht ist, Steigerung der Gewichte.
In der Praxis sollte dies so aussehen, dass der Kraftsportler durch Experimentieren dasjenige Gewicht herausfindet, mit dem er in einer bestimmten Übung gerade eben sechs Wiederholungen schafft. Beim nächsten Training versucht er, mit dem gleichen Gewicht sieben Wieder-holungen zu machen; wenn es acht werden, umso besser. Beim über-nächsten Training peilt er dann die neunte Wiederholung an usw. Erst wenn er einen Satz von zehn Wiederholungen geschafft hat, packt er zusätzliche Scheiben auf die Stange und erhöht das Gewicht soweit, dass er wieder nur sechs Wiederholungen bewältigen kann. Hier beginnt die Steigerung der Wiederholungsanzahl wieder von vorn.
Warum der Wiederholungsbereich von sechs bis zehn? Wenn die Wiederholungsanzahl unter sechs bleibt ist das Gewicht zu schwer – das gilt vor allem für Anfänger im ersten Trainingsjahr -, und die Belastung zehrt stark an den Nerven; häufige nervliche Überlastung aber kann zu anhaltenden Störungen der Feinmotorik und damit Verschlechterung von Bewegungstechniken führen, wie sie z. B. im Sport- und Kampftrai- ning benötigt werden. Wenn über zehn Wiederholungen möglich sind, ist das Gewicht zu leicht und löst keinen rapiden Kraftzuwachs aus. Bodybuilder, die bis zwölf oder fünfzehn Wiederholungen gehen, wollen also nicht primär ihre Maximalkraft vergrößern, sondern die Muskelaus-dauer unter anaeroben Bedingungen und den sog. „Aufpumpeffekt” (starke Blutfülle in den Muskeln).
Der oben beschriebene Prozess der kleinen Schritte ist immer noch der beste Weg zum Aufbau von Kraft und Muskeln, weil er den Fortschritt quasi vorprogrammiert und die Perspektive sicheren zukünftigen Fort-schritts zu weiterem hartem Training motiviert. Motivation ist dringend nötig, um auf lange Sicht „bei der Stange zu bleiben”, denn im Grunde ist richtiges Krafttraining ein mühsames Hochdienen, das eine Menge Schweiß und Geduld kostet. Nur Menschen mit einer ganz bestimmten psychischen Konstitution, die sich aus Willenskraft, Konzentrationsfähig-keit, Begeisterung und einem kleinen Schuss Masochismus zusammen-setzt, sind in der Lage, dieses Training über mehrere Jahre hinweg durchzustehen. Das sind Männer vom Kaliber eines Reg Park, Bill Pearl, Arnold Schwarzenegger. Andere, denen dieses mühsame Hochdienen zu langsam geht, weil sie Wunder über Nacht erwarten, wechseln dauernd ihre Übungen und ändern das Trainingsprogramm auf der verzweifelten Suche nach irgendeinem Trick, einer speziellen Übung, einer besonderen Kombination, die ihnen die erhofften Erfolge bringen sollen. Aber es gibt nur einen Weg nach oben: Hartes Training mitzunehmend schwereren Gewichten.