Adonisstyle

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Was droht, wenn Übergewichtige dick bleiben?

Übergewicht ist mehr als ein kosmetisches Problem. Übergewicht macht krank, es verkürzt die Lebenserwartung und verringert die Lebensqualität. Dieser Effekt ist statistisch belegt. Nur 15 Prozent der deutlich Übergewichtigen erreichen eine normale Lebenserwartung, denn sie erkranken häufiger an


Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, erhöhtem Harnsäurespiegel sowie Diabetes mellitus-Typ-2, und die Wahrscheinlichkeit für einen tödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt.

Die Chance, einen unbeschwerten Lebensabend verleben zu können, sinkt. Ein übergewichtiger Mensch muss sich auf Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen und viele Besuche beim Orthopäden und Internisten einstellen. Ein falsches Ernährungsverhalten führt erst nach längerer Zeit zu gesundheitlichen Einschränkungen. Um spätere Erkrankungen zu vermeiden, muss rechtzeitig – am besten bereits im frühen Kindesalter – darauf geachtet werden, dass eine gesunde Ernährungsweise selbstverständlich ist. Dabei kommt der Ernährungserziehung bereits im Kindergarten ebenso viel Bedeutung zu wie dem Ernährungsverhalten in der Familie.
Für eine Ernährungsumstellung ist es jedoch niemals zu spät – auch nicht im Erwachsenenalter!

Langzeitfolgen von Übergewicht:
·  Bluthochdruck
·  Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt / Schlaganfall)
·  Gefäßerkrankungen/-verkalkung
·  Diabetes mellitus-Typ-2
·  Verdauungsstörungen/Verstopfung
·  Gelenkerkrankungen/Beeinträchtigung des
Bewegungsapparates

Dick sein ist leider fast schon normal!

Jeder zweite Deutsche ist zu dick, jeder fünfte leidet unter Adipositas, dem extremen, krankhaften Übergewicht. 42 Prozent der 9- bis 12jährigen und 70 bis 80 Prozent der 55- bis 64jährigen sind übergewichtig.

Zur Bewertung des Körpergewichts wird heute der Body-Mass-Index (BMI) verwendet.

Der BMI ist der Quotient des Körpergewichts in Kilogramm und des Quadrats der Körpergröße in Metern. Liegt der BMI oberhalb der empfohlenen Werte, hat dies Folgen für die Gesundheit, auch wenn der Betroffene zunächst keinerlei Beeinträchtigungen oder Beschwerden verspürt. Testen Sie selbst, ob Ihr derzeitiges Gewicht bereits ein erhöhtes Risiko für Ihre Gesundheit mit sich bringt. Beispiel: Ein 46jähriger Mann ist 1,80 Meter groß und wiegt 85 Kilogramm. Sein BMI berechnet sich wie folgt:
( ) 26,23
1,80 1,80
85
Körpergröße in Metern ²
Gewicht in Kilogramm
BMI =
´
= =
Alter Wünschenswerter
BMI
19 – 24 Jahre 19 – 24
25 – 34 Jahre 20 – 25
35 – 44 Jahre 21 – 26
45 – 55 Jahre 22 – 27
55 – 64 Jahre 23 – 28
über 64 Jahre 24 – 29
Der empfohlene BMI für einen 46jährigen Mann liegt zwischen 22 und 27, unsere Beispielperson ist demnach gerade noch normalgewichtig und muss nicht abnehmen. Hat die Person allerdings weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- Erkrankungen (Bluthochdruck, hohes Cholesterin), eine genetische
Veranlagung für Übergewicht oder bereits Beschwerden durch sein Gewicht, sollte er besonders darauf achten, nicht weiter zuzunehmen. Mit zunehmendem Alter profitieren Menschen von einem leicht steigenden BMI, wie die Tabelle zeigt.

Übergewicht hat viele Ursachen

Wir leben im Land des praktisch unbegrenzten Lebensmittelangebots, und dieses Angebot nutzen wir gerne und reichlich. Die industrialisierte Landwirtschaft, schnelle Transportmittel, verbesserte Kühlmöglichkeiten und verschiedenste Methoden der Haltbarmachung sorgen dafür, dass das Lebensmittelangebot enorm groß und von Jahreszeiten unabhängig ist.

Während der Mensch früher die Fettpolster als Reserve für magere Zeiten benötigte, verhindern heute Kühlschränke und Konservierungsmethoden, dass es überhaupt zu Versorgungsengpässen kommt. Doch unser Stoffwechsel ist immer noch auf effiziente Energiegewinnung aus Lebensmitteln und Fettspeicherung eingestellt. Der Pro-Kopf-Verzehr von Zucker, Fett und Weißmehlprodukten ist in den letzten 50 Jahren rasant gestiegen, der von sättigenden, ballaststoffreichen Vollkornprodukten ist dagegen stark rückläufig. Der Kurator der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., Professor Dr. Walter Feldheim, bezeichnete Übergewicht als eine Ballaststoffmangelkrankheit – denn Ballaststoffe sättigen und verhindern so eine Überernährung (siehe Seite 15). Der veränderte Lebensstil der Familien, zu wenig Bewegung im Alltag sowie der verstärkte Freizeitstress führen dazu, dass wir immer mehr Fast-Food, Fertig- und Teilfertigprodukte verzehren. Diese Lebensmittel belasten die Figur mit reichlich Fett und Zucker. Zudem ist Essen ein gefühlsgesteuerter Vorgang. Durch Essen versuchen viele Menschen, andere Bedürfnisse als Hunger zu stillen und benutzen es als Ventil in emotional belastenden Situationen wie Ärger, Traurigkeit, Einsamkeit oder Unsicherheit. Dieses Essen hat mit dem Stillen von Hunger und der notwendigen Versorgung des Organismus mit Energie, Nährstoffen und gesunderhaltenden Vitaminen und Mineralstoffen nichts zu tun.

Auch die Genetik spielt eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht und den damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten. Die Tendenz, Übergewicht zu entwickeln, ist nicht bei jedem Menschen gleich. Während bei dem einen Ernährungssünden nicht so schnell „ins Gewicht“ fallen, reagiert ein anderer schon auf einige Bissen zuviel mit einer Gewichtssteigerung. Eines ist aber sicher: Allein vom verführerischen Anblick einer kalorienreichen Speise nimmt man nicht zu! Auch wenn man von seiner Veranlagung für Übergewicht weiß, man darf sie dennoch nicht als unabänderliches Schicksal und als Ausrede ansehen. Sie können trotzdem Ihr Gewicht in den Griff bekommen! Sie müssen jedoch aktiv etwas dagegen tun und gegen die Pfunde ankämpfen.

Mögliche Ursachen für Übergewicht:
·  Zu hohe Kalorienaufnahme infolge des reichhaltigen Nahrungsmittelangebots
·  Falsche Zusammensetzung der Nahrung:
Zu viel Fettes und Süßes
·  Ballaststoffmangel
·  Niedriger Grundumsatz: Genetisch oder als Folge von
häufigen, einseitigen Crashdiäten oder Fasten
·  Zu geringe körperliche Aktivität
·  Nahrungsaufnahme, ohne Hunger zu h aben durch Verlust
des Sättigungsmechanismus, Stress-Essen
·  Falsche Ernährungsgewohnheiten
·  Nicht ausreichendes oder falsches Ernährungswissen